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FAQ


 

1. Was ist der plötzlicher Herztod?
Der plötzlicher Herztod (PHT) oder auch Sekundentod genannt, tritt plötzlich und unerwartet ein. Es kann prinzipiell jeden Menschen treffen, ob jung oder alt, ob krank oder gesund. Aufregung, Stress, übertriebener Sport, bestimmte Krankheiten (z.B. Bluthochdruck) können zu einer Überlastung des menschlichen Herzens führen und damit das Risiko des plötzlichen Herztods erhöhen. Bei dann eintretenden Herzrhythmusstörungen reagiert das Herz mit unregelmäßigem Schlagen, sowie einem unkontrollierten Zittern der Herzmuskeln, dem sogenannten Kammerflimmern. Damit kann das Herz den Blutkreislauf nicht mehr aufrecht erhalten. Dies ist in der Regel auch die Todesfolge eines Herzinfarktes (nicht der Infarkt selbst).

Kammerflimmern hört nie von allein wieder auf! Es bedarf immer elektrischer Schocks, sogenannter Defibrillationen, um das unkoordinierte Herzzittern wieder zu einem regelmäßigen Pumpen zu führen. Hierfür sind elektrische Geräte (Defibrillatoren) erforderlich. Zum einen werden diese von Ärzten im Rettungsdienst oder im Krankenhaus angewendet. Zum anderen werden immer mehr Ersthelfer in Unternehmen, Behörden oder anderen Einrichtungen geschult, sogenannte AEDs (Automatische Externe Defibrillatoren) direkt vor Ort anzuwenden.

2. Ist der plötzliche Herztod dasselbe wie ein Herzinfarkt?
Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Ursachen des plötzlichen Herztods. 80% der Ursachen für tödliche Herzrhythmusstörungen sind koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkte.

3. Wer ist gefährdet?
Ältere Menschen, aber auch junge, scheinbar gesunde Menschen können betroffen sein. Meist liegt schon eine unentdeckte Herzkrankheit vor.

4. Was ist Herzkammerflimmern?
Herzkammerflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, wodurch das Herz nicht mehr richtig pumpen kann. Wenn nicht sofort behandelt, kann dies zum Tod führen.

5. Wie wird Herzkammerflimmern behandelt?
Die einzig wirksame Behandlung ist ein elektrischer Schock durch einen Defibrillator. Ziel ist das Beenden des Herzkammerflimmerns, damit das Herz wieder normal schlagen kann.

6. Was ist ein AED?
AED steht für Automatischer Externer Defibrillator. Ein AED wird verwendet, um einen Patienten, der Herzkammerflimmern aufweist, einen elektrischen Schlag durch den Herzmuskel zu versetzen und so den Herzrhythmus wieder zu normalisieren. Das AED beurteilt selbstständig, ob ein Schock notwendig ist und gibt klare visuelle und akustische Anweisungen an den Ersthelfer.

7. Wie funktioniert ein AED?
Um den AED benutzen zu können, müssen die Klebeelektroden auf die Brust des Patienten geklebt werden.
Ein Mikroprozessor im AED analysiert den Herzrhythmus des Patienten, er wertet das EKG (Elektrokardiogramm) aus. Wenn ein schockbarer Rhythmus (z.B.: Kammerflimmern) vorliegt, informiert er den Ersthelfer und schickt elektrischen Strom über die Elektroden in die Brust des Patienten. Durch diese Technologie ist es praktisch ausgeschlossen, dass ein elektrischer Schock ausgelöst wird, wenn er nicht unbedingt erforderlich ist.

8. Warum sind AED so wichtig?
AEDs sind durch ausgebildetete Ersthelfer und sogar durch Laien benutzbar. Man hat somit die Möglichkeit, die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes bzw. Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen zu verbringen und den lebensrettenden Stromstoß zu einem frühen Zeitpunkt zu verabreichen, an dem noch eine hohe Überlebenswahrscheinlichkeit vorhanden ist.

9. Was passiert, wenn ich jemanden mit dem AED schocke, der aber nur in Ohnmacht gefallen ist und ich keinen Puls fühlen konnte?
Das AED schockt nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Im Falle einer Ohnmacht oder z.B. eines Zuckerschocks ist es unmöglich, den Elektroschock auszulösen und dem Opfer zu schaden.

10. Was passiert, wenn ich die Schritte des AED vergesse?
Die Schritte zur Benutzung des AED sind einfach und unkompliziert. Die meisten AED bieten visuelle und akustische Anweisungen, welche Schritte für den Einsatz notwendig sind. Der schwierigste Teil ist die Erkennung, das eine Defibrillation überhaupt notwendig ist. Das Opfer ist ohnmächtig und atmet nicht, dann ist die schnellstmögliche Nutzung eines AED angezeigt.

11. Was ist, wenn ich die Ansage des AED nicht hören kann?
Auf dem Bildschirm finden sie visuelle Texte oder Grafiken zur Anwendung.

12. Sollte ich zuerst die Basis-Reanimationsmaßnahmen durchführen oder gleich ein AED benutzen?
Die Basis-Reanimationsmaßnahmen bestehen aus Herzdruckmassage und Beatmung des Patienten. Sie werden auch HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) genannt. Die Basis-Reanimationsmaßnahmen sind durchzuführen, bis der  AED eintrifft und in Betrieb genommen wird. Folgen sie dann den akustischen Anweisungen des AED.

13. Wenn die Defibrillation so wichtig ist, warum soll ich Basis-Reanimationsmaßnahmen durchführen?
Die Basis-Reanimationsmaßnahmen erreichen, dass der Herz-Kreislauf behelfsmäßig aufrecht erhalten wird und verzögern somit wirksam den Hirntod und den Tod des Herzmuskels. Mit der Basis-Reanimation gwinnt man sozusagen lebenswichtige Zeit, bis ein AED eintrifft und das Herz defibrilliert werden kann.

14. Muss ich die AED-Elektroden vor der Herzdruckmassage entfernen?
Die Elektroden verbleiben bei der gesamten Reanimation auf der Brust des Opfers, bis der Notarzt eintrifft.

15. Welche Kleidung muss ich entfernen für die Defibrillation?
Die Brust muss frei sein. Kleidung nach oben schieben, im Notfall die Kleidungsstücke zerschneiden.

16. Wenn die Defibrillation erfolgreich war, AED weiterlaufen lassen?
Das AED überwacht weiterhin den Herzrhythmus, falls er erneut schocken muss. Daher sollte der AED bis zum Eintreffen des Notarztes angeschlossen bleiben.

17. Wo gibt es heute überall AED?
Die Verbreitung dieser Geräte begann langsam in Deutschland. Eigentlich sollten AED´s wie Feuerlöscher allen Bürgern an vielen Orten mit Menschenansammlungen, wie Einkaufszentren, Behörden, Banken, Verkehrsmitteln (bei Flugzeugen realisiert, jedoch nicht in Bahnen, Bussen, Dampfern), Betrieben, Sportstätten, Kinos, Theater, Tankstellen, Gaststätten, Apotheken, Gesundheitseinrichtungen usw. zur sofortigen Erreichbarkeit zur Verfügung stehen. Erkennbar sind diese an dem einheitlichen grünen Schild.

Die MEPRO Dr. Stehr Medizintechnik GmbH ist in Deutschland einer der 7 autorisierten A-Fachhändler für Geräte des US-amerikanischen Herstellers Cardiac Science.

Cardiac Science ist einer der führenden Entwickler und Hersteller dieser Geräte. Des weiteren sind namenhafte Hersteller von AEDs die Unternehmen: Schiller Medizintechnik,  Medtronic, Zoll, Phillips und weitere.

18. Ein Patient erlitt einen Herzstillstand, der AED empfahl keinen Schock, trotz Basis Reanimationsmaßnahmen verstarb der Patient. Warum wurde kein Schock empfohlen?
Obwohl Herzkammerflimmern die häufigste Ursache für einen plötzlichen Herztod ist, ist es nicht die Einzige. Ein AED schockt nur bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, z.B. dem Herzkammerflimmern. Es gibt noch andere Herzrhythmusstörungen, die zum Herzstillstand führen können, die aber nicht mit einem Defibrillator behandelt werden können. Wenn kein Schock empfohlen wird, heißt das nicht automatisch, dass das Opfer einen normalen Herzrhythmus hat.

19. Ich defibrillierte ein Opfer innerhalb von 3 Minuten, trotzdem starb es. Habe ich etwas falsch gemacht?
Leider überleben nicht alle Opfer durch frühzeitige Defibrillation, auch wenn sie schnell und gut war, da es noch andere Grunderkrankungen oder Herzbeschwerden gibt.

20. Was passiert, wenn ich nicht alle Schritte des AED und der Basis-Reanimationsmaßnahmen perfekt durchführe?
Ein Herzstillstand bedeutet für den Ersthelfer maximalen Stress. Wenn Sie die Wiederbelebung so gut wie möglich durchführen, werden sie Ihrer Verantwortung zur Lebensrettung gerecht. Dagegen nichts zu tun, also unterlassene Hilfeleistung, wäre das schlimmste, was dem Opfer passieren kann. 

21. Warum ist es so wichtig, dass die Elektroden fest auf einer sauberen, trockenen Brust kleben?
Da die Defibrillation durch elektrischen Strom ausgelöst wird, ist es wichtig, dass er von einer Elektrode zur anderen Elektrode fließen kann. Wenn sich nun ein leitfähiger Stoff (Wasser, Schweiß) auf der Brust zwischen den Elektroden befindet, fließt der Strom zum großen Teil nur über die Brustoberfläche, anstatt durch die Brust hindurch.

22. Kann ich Elektroden auf die behaarte Brust kleben?
Die Elektroden müssen einen guten Kontakt zur Haut haben, wird dieser Kontakt durch starke Brustbehaarung behindert, sollte diese abrasiert werden.

23. Was mache ich wenn das Opfer ein Kind ist?
Die AHA (American Heart Association) bzw. die ERC (European Resusciation Council) empfiehlt, Kindern unter 8 Jahren und/oder 25kg mit pedriatrischen Elektroden zu defibrillieren. Diese sind zum einen kleiner. Ausserdem wird eine deutlich verminderte Defibrillationsenergie verwendet.

24. Was ist, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich den AED verwenden soll?
Wenn keine Atmung vorliegt und die Person bewusstlos ist, fangen sie mit den Basis-Reanimationsmaßnahmen an und legen die Elektroden des AED an. Da der Herzrhythmus vom Gerät analysiert wird, kann kein Schock fälschlicherweise ausgelöst werden.

25. Kann ich ein AED verwenden, wenn das Opfer einen Herzschrittmacher hat oder schwanger ist?
Ja, immer ein AED verwenden, wenn kein Bewusstsein vorhanden ist und die Atmung ausgesetzt hat.

26. Kann ich bei Regen defibrillieren?
Ja, solange die üblichen Sicherheitsregeln eingehalten werden. Die Brust des Opfers sollte durch ein Handtuch oder Ähnliches so weit wie möglich abgetrocknet werden. Der Patient sollte nicht in einer Pfütze liegen, in der sie sich auch stehen/befinden.

27. Kann ich verklagt werden, wenn ich ein AED benutze?
Bis heute gab es noch nie einen Fall, bei dem jemand für den Einsatz eines AED verklagt worden ist. 

28. Kann ich einen anderen Helfer oder mich versehentlich schocken?
AED sind sehr sicher, wenn sie richtig eingesetzt werden. Der Stromschlag ist so programmiert, dass er von einer Elektrode zur anderen durch die Brust schockt. Grundlegende Maßnahmen, mündliche Warnungen erleichtern eine Kontrolle und schützen die Helfer. Der Patient sollte während der Defibrillation nicht berührt werden.

29. Was ist der Unterschied zwischen einem AED und einem Defibrillator, der im TV gezeigt wird?
Im TV sieht man meistens "manuelle Defibrillatoren". Diese Defibrillatoren erkennen nicht selbstständig die Notwendigkeit einer Defibrillation und varieren auch nicht selbstständig die Energiehöhe des Elektroschocks. Dafür ist das ausgebildete Personal zuständig, zu interpretieren ob ein Schock von Nöten ist.

30. Verletze ich das Opfer beim Benutzen des AED?
Wenn der AED bei einer Person benutzt wird, deren Kreislaufsystem zusammengebrochen ist, sprich diese Person nicht reagiert und nicht atmet, ist es extrem sicher. Ein AED schockt nur, wenn dies notwendig ist.

31. Was bedeutet der Zugang zu AED für die Öffentlichkeit?
Dies bedeutet, das man AED in öffentlichen/ privaten Stellen, an denen sich eine große Anzahl von Menschen sammelt oder wo es ein hohes Risiko für Herzanfälle gibt, Zugang zu ihnen hat und diese benutzen kann. In U-Bahnhöfen oder Gebäuden von Behörden ist dies der Fall.

32. Wenn es eine Behandlung für Plötzlichen Herztod gibt, warum ist die Überlebensrate so gering?
Die Überlebensrate ist so gering, da die Zeit sehr knapp ist. Nur einer von 20 plötzlichen Herztod-Opfern überlebt,obwohl viele von ihnen mit einer frühen Defibrillation hätte gerettet werden können. Ein AED verbessert die Überlebenschance erheblich, wenn er bereits vor Ort ist und innerhalb von 3 Minuten angewendet werden kann. Ein durchschnittlicher Weg eines Rettungswagens dauert 9-13 Minuten, dies ist meistens zu langsam.

33. Warum reicht es nicht aus nur den Notruf zu tätigen?
Die Defibrillation muss innerhalb weniger Minuten erfolgen, da die Überlebenschance pro Minute um ca. 7-10 Prozent sinkt. Eine frühe Defibrillation erhöht die Überlebenschance, Rettungskräfte brauchen für den Weg zum Opfer meistens zu lange.

 


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