Die Gemeinde installiert im
Selbstbedienungsbereich der örtlichen Sparkasse den ersten Laien-Defibrillator
im öffentlichen Raum, um schnelle Hilfe bei einem drohenden Herztod anbieten zu
können. Im Rahmen ihres 25-jährigen Betriebsbestehens haben das örtliche
Unternehmen „Deimel Dach“ und die Sparkasse das 4 000 Euro teure Gerät
gespendet. Dem plötzlichen Herztod, als Todesursache Nummer eins in Deutschland,
wolle man auf diese Weise entgegenwirken, erläuterte Ortsbürgermeister Reiner
Schmitt.
Direkte Telefonleitung zum Roten Kreuz
Der automatische
externe Defibrillator (AED) wird über eine Telefonleitung direkt mit dem
Deutschen Roten Kreuz verbunden sein. Dadurch ist es möglich, dass auch
medizinische Laien nach kurzer Anleitung das Gerät jederzeit einsetzen können
und sehr viel Zeit bei einem möglich Herzinfarkt gespart und so die
Überlebenschancen für die Betroffenen erheblich gesteigert werden. Sobald eine
Hilfeleistung erforderlich wird, drückt der Helfer am Gerät den Notrufknopf.
Dadurch wird er automatisch mit der Rettungsleitstelle des DRK in Mainz
verbunden. Der Gesprächspartner des DRK klärt anhand eines festen
Indikationskataloges die aktuelle Situation und entscheidet dann, ob der
Laien-Defibrillator freigegeben wird.
Ersthelfer erhalten Rückmeldung vom
Gerät
Nach der Freigabe kann das Gerät aus der Halterung auf einer
hierfür speziellen Trageplatte entnommen werden. Dadurch wird sichergestellt,
dass der Helfer nie alleine ist, sondern immer einen Ansprechpartner hat. Der
Helfer entscheidet beim Einsatz dann selbstständig, ob eine Defibrillation
notwendig ist, oder ob eine Herzdruckmassage ohne Defibrillation ausreichend
ist.
Der Helfer erhält aber auch bei der Herzdruckmassage durch das Gerät
eine Rückmeldung zur Qualität der Massage, indem es die Drucktiefe misst und dem
Helfer mitteilt, ob fester gedrückt werden muss oder ob die Herzdruckmassage gut
ist. Der gleichzeitig durch die Rettungsleitstelle alarmierte Rettungsdienst
übernimmt nach Eintreffen am Standort die weitere Hilfe.
Nach Angaben von
Schmitt muss die Gemeinde als Eigentümerin des Gerätes die technische Wartung
gewährleisten. Die jährlichen Wartungskosten liegen bei 357 Euro und beinhalten
auch die Freischaltung nach einem vorausgegangenen Einsatz.
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Quelle: allgemeine-zeitung.de
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